Ein Monat MacBook Pro

Seit dem Kauf ist nun mehr als ein Monat vergangen und es wird Zeit für ein Fazit.

Kurz gesagt: das MacBook Pro war meine beste Investition seit Jahren. Es macht einfach Spaß. Dank OS X und den vielen tollen Apps muss man sich nicht mehr groß darum scheren, wie man etwas macht, um keine Scherereien mit den Programmen zu haben, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Apple bietet tolle Entwicklerwerkzeuge und hat Richtlinien für GUIs veröffentlicht, die es einem erleichtern gut bedienbare Software zu schreiben.

Microsoft könnte mit einer ähnlichen Strategie sicher auch viel erreichen. Fairerweise muss man aber sagen, dass Visual Studio und .NET einem das Entwickeln sehr erleichtern. Gerade Applikationen mit Datenbank-Anbindungen und deren Standard-Aufgaben lassen sich extrem flott und komfortabel realisieren. Okay, ich schweife ab – zurück zum Mac.

Die Begeisterung setzt erst jetzt richtig ein. Im Nachhinein betrachtet war mein altes PowerBook für Leopard einfach zu langsam und das Display zu klein. Richtig Spaß macht OS X erst, wenn ich meinen 24″-TFT anschließe – dank KVM-Switch, schalten sich dann auch noch gleich Maus und Tastatur um, so dass man fast einen stationären Mac hat.

Wie schon im ersten Erfahrungsbericht angesprochen, habe ich die Festplatte durch eine WD Scorpio mit 250 GB und 7.200 RPM ersetzt. Demnächst steht noch ein Upgrade auf 4 GB RAM an. 2 GB reichen zwar noch aus, aber es wird gelegentlich schon knapp, zumal Firefox unter OS X kein RAM-Sparwunder ist.

Als passendes Zubehör habe ich mir noch ein Apple Keyboard zugelegt, das auch unter Windows hervorragend funktioniert. Zwar muss man Tools wie SharpKeys, einige Tasten neu belegen (Druck z.B.), ansonsten klappt alles wunderbar. Selbst das BIOS lässt sich problemlos aufrufen. Das Tippgefühl und die Haptik sind nahezu perfekt. Vielschreibern kann ich diese Tastatur nur ans Herz legen.

Weiteres Zubehör: das unter erwähnte Incase 15″ Neoprene Sleeve und die Original-Festplatte in einem USB-Gehäuse für Time Machine.

Neue Benchmarks

Dromaeo hat vor kurzem ein neues Testverfahren eingeführt. Statt der benötigten Zeit für die Tests, wird nun gemessen, wie viele Durchläufe durchschnittlich pro Sekunde in einer fest definierten Zeit erreicht werden. Das macht die ganze Sache langwieriger, aber auch genauer und sagt wesentlich mehr über die Leistungsfähigkeit einer Javascript Engine aus.

Statt auf zwei unterschiedlichen Systemen zu messen, habe ich nun unterschiedliche Benchmarks gewählt: Dromaeo Javascript Test (Mozilla.org), SunSpider Javascript Test (Webkit-Team) und V8 Javascript Test (Google).

Testergebnisse

Testsystem: Intel Core 2 Duo E8400, 2 GB RAM, Windows XP SP 3

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Chrome deklassiert alle anderen Browser, nur im hauseigenen V8-Test ist das aktuelle Webkit Nightly Build einen Tick schneller. Wie üblich sind die Entwickler-Versionen ihren aktuellen Final-Kollegen deutlich voraus, und die Javascript-Leistung des Internet Explorers, sofern er sich überhaupt testen lies, ist ein schlechter Scherz.

Ein blamables Ergebnis für Microsoft, das mit dem IE 8 auch nicht großartig besser werden wird. Wenn man sich in Redmond angesichts solcher vernichtenden Benchmarks nicht endlich im Zugzwang sieht, sind sie entweder blind und/oder blöd. Google treibt die Entwicklung mit großen Schritten voran, während nur Webkit bzw. Apple halbwegs mithalten kann. Mozilla.org und Opera müssen sich sehr anstrengen, um wieder Anschluss zu finden.

Und Microsoft? Tja, ich sehe nur zwei Möglichkeiten: den ganzen alten IE-Quellcode öffentlich verbrennen und komplett neu schreiben, oder man setzt in Zukunft auf Webkit/Squirrelfish bzw. Webkit/V8 oder Gecko/Tracemonkey.

Von Eichhörnchen-Fischen, Motoren und Spuraffen


Oder anders gesagt: Benchmarks von Squirrelfish, V8 und Tracemonkey mit Hilfe von dromaeo.com.

Testsystem: Intel Core 2 Duo P8600, 2 GB RAM), MacOS X 10.5.6 (MacBook Pro 15″ 2,4 GHz Late 2008)

Ergebnisse (Mac)


Testystem: Intel Core 2 Duo E8400, 2 GB RAM, Windows XP Service Pack 3

Ergebnisse (PC)

Das Squirrelfish schnell ist, war ja schon bekannt. Aber das es V8 und Tracemonkey dermaßen in den Hintern tritt, hätte ich nicht gedacht. Auf die Antwort von Mozilla und Google dürfen wir alle gespannt sein.

Anmerkung zum Internet Explorer: leider konnte ich weder den IE 6 noch 7 dazu bewegen, überhaupt einen Benchmark durchlaufen zu lassen. Entweder meldete er Javascript-Fehler oder stürzte ab. Aus Tests von anderen Leuten, ist aber bekannt, dass er im Vergleich extrem langsam ist – im Schnitt etwa 10 – 15 Sekunden.

Während bei Safari der Taktenraten- und Cache-Unterschied sich noch halbwegs realistisch in den Ergebissen von OS X und Windows widerspiegelt, zeigt sich bei Firefox, dass Mozilla die Mac-Version noch weiter optimieren sollte.

Update: Nun mit Diagrammen statt Text-Ergebnissen.

MacBook Pro Erfahrungsbericht #1

Wie versprochen, hier nun der erste Erfahrungsbericht:

Allgemeines

Zwei Tage sind um und ich bin begeistert. Von den Kinderkrankheiten ist nichts zu merken. Es wurde aber ohnehin mit der neuen Firmware ausgeliefert und das Update auf MacOS X 10.5.6 letzte Woche, dürfte auch dazu beigetragen haben, dass keine Probleme aufgetreten sind

MacOS X macht durch die stärkere Hardware und das größere Display erst richtig Spaß. Leider fehlt noch ein Mini Displayport-Adapter auf HDMI, so dass ich das MacBook an meinen Monitor anschließen kann. Spätestens Mitte Januar sollten aber welche verfügbar sein, da Apple die Schnittstellen-Spezifikation allen Herstellern kostenlos zur Verfügung stellt.

Dann mit dem MacBook-Display auf 1440×900 und 1920×1200 auf dem 24″-Monitor, dürfte mein normaler Windows-Rechner arge Konkurrenz bekommen. Allerdings habe ich via Bootcamp nun auch Vista 64 drauf.

Die Installation lief problemlos und kaum langsamer, als auf dem PC. Die anschließende Update-Orgie dauerte mit Service Pack1 und allem drum und dran gute drei Stunden. An der Hardware sollte es aber kaum gelegen haben, obwohl das MacBook nur eine Platte mit 5.400 RPM hat – evtl. tausche ich sie noch gegen eine 7.200er aus.

Arbeit

Arbeiten mit Netbeans gestaltet sich unter OS X genauso komfortabel wie unter Windows. Dank SVN musste ich nur einen Checkout machen und hatte die kompletten Ruby- und Sapphire-Projekte sofort verfügbar. So kann ich jetzt endlich im Zug an Sapphire weiterarbeiten und kann es zuhause einfach ins SVN stopfen. (Gut, das wäre mit dem PowerBook auch gegangen, aber Netbeans lief darauf kaum arbeitstauglich.)

Allein durch die Touch-Gesten, macht es einfach sehr viel Spaß. Fürs Programmieren braucht man definitiv keine Maus mehr: das meiste läuft eh über die – sehr gute – Tastatur, die dank Hintergrundbeleuchtung in dunklen Umgebungen das Tippen erleichert, und alles andere funktioniert perfekt mit dem Multitouch-Trackpad.

Zum vertikalen und horizontalen Scrollen benutzt man einfach zwei Finger. Zoomen und Drehen von Bildern funktionuert wie beim iPhone/iPod touch. Drei Finger um sich iPhoto oder Preview durch die einzeln geöffneten Dateien zu bewegen. Vier Finger nach unten, um Exposé zu öffen; vier Finger nach oben, um Exposé zu schließen, oder falls es geschlossen ist, alle aktive Programme des Spaces zur Seite zu schieben, um den Schreibtisch freizulegen. Außerdem öffnet sich mit vier Fingern horizontal ein Task-Wechsel-Menü.

Apple hat hier sicher noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und es werden mit weitere OS X-Versionen sicher noch mehr Gesten folgen. Dazu erleichtert einem die Glasoberfläche das Navigieren erheblich. Bisher habe ich kein Trackpad benutzt, das den Finger ähnlich gut und präzise gleiten lässt. Ingesamt kann man sagen, dass eine Maus komplett überflüssig geworden ist, so lange man nicht pixelgenau arbeiten muss.

Spielen

Der Mac-Client von World of Warcraft ist toll. iTunes ist voll integriert (Hey Blizzard, das geht auf dem PC sicher auch). WoW läuft sehr flüssig, aber leider ist die Geforce 9600M GT mit den neuen Schatten etwas überfordert – man muss ihr aber zu Gute halten, dass selbst die Radeon HD 4870 dabei ordentlich schuften muss. In den nächsten Tagen werde ich unter Vista noch weitere Spiele testen. Außer Blizzard liefert ja dummerweise niemand OS X-Versionen mit.

Fazit

Normale Notebooks mit dieser Hardware mögen deutlich billiger sein, aber Features wie das Multitouch-Trackpad und so viele andere Dinge – und wenn es nur die zwei ausklappbaren Haken zum Kabelaufrollen am Netzteil sind – machen den Preisunterschied mehr als wett. Diese ganzen Kleinigkeiten erleichtern einem die tägliche Arbeit und auch die Freizeit. Der oft ausgesprochene Satz, dass Apple-User nur auf das Design abfahren, mag schon teilweise stimmen. Trotzdem wissen auch viele dies alles zu schätzen. Man merkt einfach, dass Apple bei vielem weiterdenkt, als der Rest und dafür bin ich auch gerne bereit mehr zu zahlen.

Die PC-Konkurrenz hinkt bei Design, Usability, Innovation und selbst der Musikauswahl für Werbung meilenweit hinterher. Der stetig steigende Markanteil von Macs bzw. MacOS X, zeigt doch, dass viele Windows und seine Macken satt haben.

Ich will hier Windows nicht verdammen. Mit XP bin ich seit sieben Jahren sehr zufrieden, aber man kann vieles besser machen und Apple zeigt wie man das anpacken kann. Immerhin hat Microsoft wohl eingesehen, dass Vista ein gigantischer Schuss in den Ofen war und bügelt hoffentlich mit Windows 7 vieles wieder aus. OS X ist zwar in vielen Belangen überlegen, aber in einigen auch nicht und Konkurrenz hat noch keinem geschadet.

DirectX 10 – die große Enttäuschung?

Bei meinen Versuchen mit DirectX 10 macht sich langsam Ernüchterung breit. Neue Treiber und diverse Hotfixes versprechen Besserung, die teilweise auch eingetreten ist. Immerhin läuft Company of Heroes mit Ultra-Details nun in spielbaren FPS-Regionen und verkommt nicht mehr zu einer Dia-Show. Trotzdem bleibt die Gesamtleistung weit unter dem, das mir DirectX 9 bietet.

Zum Vergleich: Company of Heroes kommt bei 1.280 x 1.024 mit 2-fach FSAA und maximalen Details unter DirectX 9 (Vista) im Durchschnitt auf 53 FPS. Stellt man den Render-Modus auf DirectX 10, ohne Änderung der Detail-Einstellungen, brechen die FPS auf 29,4 ein.

Bei World in Conflict sind die Unterschiede ähnlich drastisch. Dort gibt es sogar im DirectX 9-Modus noch einen deutlichen Sprung zwischen XP und Vista: 29 FPS (XP) gegen 20 (Vista). Von DirectX 10 mit seinen jämmerlichen 12 FPS fange ich erst gar nicht an …

Über die Ursachen kann man nur spekulieren. Zum einen sind da natürlich die Treiber, Windows Vista selbst (siehe die aktuellen Hotfixes) und man sollte auch die Spiele nicht ausschließen. Gerade bei den aktuellen Titeln wurden die DirectX 10-Funktionen wohl eher spät integriert oder erst per Patch nachgereicht. In wie weit das auf die Performance negative Auswirkungen hat kann ich nicht beurteilen, aber ausschließen sollte man es nicht.

DirectX 10 könnte natürlich auch einfach ein Griff ins Klo sein und daher wurde jetzt schon Version 10.1 angekündigt. Die Änderungen an der Hardware lassen durchaus die Schlussfolgerung zu, dass es in der aktuellen Spezifikation und Umsetzung von nVidia und ATI einige Probleme gibt.

Solche Probleme sind in der ersten Generation durchaus logisch, sollten aber nicht passieren – immerhin trösten die 8800er GPUs mit einer sehr guten Leistung unter DirectX 9.