madcats[welt]

Sublime Text 2

Als Entwickler ist man ja immer auf der Suche nach noch besseren Werkzeugen, um seine Arbeit schneller, besser und schöner zu erledigen. Das wichtigste Tool dafür ist ein guter Editor. Unter OS X setzte ich immer auf TextMate und falls kein Mac zur Verfügung stand, war Notepad++ unter Windows das Mittel der Wahl.

Leider wird TextMate kaum noch weiterentwickelt. Der letzte Release ist Monate her und TextMate 2 grenzt schon fast an Vaporware. Im Büro (sowohl früher als auch jetzt bei Chip) habe ich nun seit über einem halben Jahr auch einen Mac, daher kommt Notepad++ nicht als Alternative in Frage. Diverse Versuche mit Wine bzw. WineBottler haben sich als Schuss in den Ofen erwiesen.

Zu meinem großem Glück bin ich dann zufällig über Sublime Text 2 gestolpert. Zuerst dachte ich, es wäre nur ein billiger TextMate-Klon, aber weit gefehlt. Das Ding ist richtig toll.

Warum? Darum:

  • Läuft unter OS X, Windows und sogar Linux.
  • Kann von Haus aus eine Menge, ohne überladen zu sein (gutes Syntax-Highlighting, umfangreiche Suchfunktionen, Code-Folding, Code Completion etc.)
  • Bis ins letzte Detail konfigurierbar (nur über JSON-Files, keine GUI bisher).
  • Erweiterbar über sog. Packages, die es für so ziemlich alles gibt, von ActionScript über Git bis Zen Coding (ein Großteil der TextMate Bundles ist kompatibel!)
  • Sehr schnell und keine Probleme mit extrem langen Zeilen (TextMate gerät da teilweise unglaublich ins Stocken bishin zum Absturz).
  • Tabs (ja, die kann TextMate auch, aber nur innerhalb von Projekten).
  • Regelmäßige Updates.

Wie effizient man mit Sublime Text und ein paar kleinen Tools entwickeln kann, zeigt Andrey Tarantsov in einem sehr schönen Video. Da zeigt sich auch mal wieder, dass für Web-Entwickler OS X immer noch die beste Plattform ist — viele Tools gibt es für Windows schlichtweg nicht. Mal davon abgesehen, dass Arbeiten mit einem Terminal immer noch eine Qual ist. Cygwin ist hier zwar ein Segen, aber auch nicht allmächtig, da es nicht für alles wichtige kompatible Versionen gibt (Stichwort Ruby Gems …).

 

Da Sublime Text 2 Shareware ist und beliebig lange getestet werden kann, rate ich jedem Entwickler ihn zumindest auszuprobieren — es lohnt sich. Und wer schon immer einen TextMate-ähnlichen Editor für Windows oder Linux gesucht hat: hier ist er!

Eigener Minecraft-Server mit Amazon EC2

Nach einigen negativen Erlebnissen mit Spielserver-Anbietern für den MineStar-Server, war klar, dass nur ein eigener Server genug Leistung hat, um wirklich ein gutes Spielerlebnis mit ca. 15+ Leuten zu bieten. Dedizierte Hardware kam aus Preisgründen nicht in Frage, also entschied man sich für einen virtuellen Server in einer Cloud und bisher funktioniert alles tadellos. Angespornt hiervon und den guten Erfahrungen mit den Amazon Web Services, habe ich mich gefragt, ob man nicht einen Server über Amazons EC2 aufsetzen kann und mich daran gemacht.

Mit einer Micro-Instanz von EC2 kostet das ganze pro Stunde 2 Cent, dazu bezahlt man den Traffic. Neukunden bekommen im ersten Jahr einiges kostenlos, Details siehe hier. Einen kleinen Server sollte man damit weitgehend kostenlos betreiben können. Da man nur den Verbrauch und keine Grundgebühren bezahlt, kann man notfalls den Server einfach abschalten.

Die Kosten für Euren Server könnt Ihr im Konto-Bereich von Amazon Web Services mit zweistündiger Verzögerung genau überwachen.

Eine detaillierte Anleitung zum Aufsetzen eines EC2-Servers für Minecraft gibt’s unter “weiterlesen …”.

(weiterlesen …)

Der erste Eindruck

Mac OS X Snow Leopard

Anstatt mit noch einer Feature-Übersicht zu langweilen, notiere ich hier meine Eindrücke nach gut einem Tag.

Kauf

Kurz vor 9 Uhr war im Apple Store München schon ziemlich viel los. Dummerweise hatte ich meine Kreditkarte nicht dabei, sonst wären mir knapp 20 Minuten warten an der Kasse erspart geblieben. Die Store-Mitarbeiter haben mobile Kreditkarten-Terminals, so dass man bei ihnen zahlen kann, ohne an die Kasse zu müssen – die Rechnung bekommt man dann als PDF per Mail zugesendet.

Installation

DVD rein, Installation starten und nach 45 Minuten war alles erledigt. Wie Apple versprochen hat, bekam ich knapp 7 GB Festplattenspeicher zurück und es lief absolut reibungslos.

Betrieb

Eigentlich gilt fast das gleiche wie zwischen Windows Vista und Windows 7. Letzteres fühlt sich einfach runder an, genauso ist es bei Snow Leopard. Alles läuft schneller und flüssiger. Natürlich fällt der Unterschied lange nicht so drastisch aus, wie bei der Konkurrenz aus Redmond, da Leopard von Anfang an brauchbar lief – im krassen Gegensatz zu Vista.

Bisher am besten gefällt mir das neue Mail. Endlich wird der Read-Status bei IMAP-Konten richtig abgeglichen, so dass bereits mit anderen Clients gelesene Mails des gleichen Kontos auch in Mail als gelesen angezeigt werden. Suchen mit Spotlight wurde deutlich verbessert, so dass man das Ergebnis fast sofort sieht. Außerdem startet Mail nun auch noch erheblich schneller.

Safari 4 lagert nun Tabs und Plug-Ins in eigene Prozesse aus. Vielleicht sieht Adobe jetzt mal, was für ein Speicherfresser Flash ist. Aktuell habe ich den Spox-Bundesliga-Ticker offen und kann in der Aktivitätsanzeige zuschauen, wie das Plug-In RAM regelrecht vernichtet. Anfangs waren es noch 90 MB, inzwischen ist er bei 220 MB angekommen – Tendenz steigend.

Apropos Aktivitätsanzeige: dort wird nun anzeigt, welches Programm mit 32 und 64 Bit läuft. Interessanterweise ist iTunes noch in 32 Bit, im Gegensatz zu allen anderen Apple-Apps. Dürfte auch ein klares Anzeichen für iTunes 9 sein, das von 64 Bit und Quicktime X profitieren wird. Der neue Quicktime-Player ist übrigens sehr schön geraten, nur leider ist die Format-Unterstützung immer noch etwas dürftig. Nicht mal DivX geht von Haus aus.

Meine Freigaben für Windows-Netzwerke musste ich neu einrichten, da die Einstellung verloren ging und nur noch AFP aktiv war. Scheint aber ein Einzelfall zu sein. In einschlägigen Foren habe ich bisher nichts ähnliches gelesen.

Kompatibilität

Probleme hatte ich bisher nur mit Quicksilver (Probleme mit Spaces) und Cyberduck (startet nicht mehr). Bei ersterem half ein Update auf die neueste Version und bei Cyberduck leider nur eine Beta, die bisher aber einwandfrei läuft. Alle anderen Apps funktionieren wie gewohnt – selbst FanControl und SteerMouse.

Fazit

Um es kurz zu machen: Snow Leopard ist ein gelungenens Update, das auf den ersten Blick nicht viel neues bringt. Von Dingen wie der kompletten 64 Bit-Unterstützung und Grand Central Dispatch profitieren momentan nur Apple-eigene Apps, aber sobald auch die Entwickler-Gemeinde diese Features nutzen wird, werden wir alle deutliche Verbesserungen durch weniger RAM-Belastung bzw. weniger Threads und verbesserter Multi-Core-Unterstützung erleben. In dieser Hinsicht ist Snow Leopard vielleicht eine der wichtigsten OS X-Entwicklungen für die Zukunft, auch wenn das für den normalen Nutzer nicht sofort ersichtlich sein mag.

180 Days later

MacBook Pro

Seit knapp sechs Monaten besitze ich nun mein MacBook Pro und es wird Zeit noch mal ein Fazit zu ziehen.

Hardware

Das Gehäuse ist Dank der Unibody-Konstruktion und durch die Schicht aus eloxiertem Aluminium sehr stabil und kratzfest. Bisher ist alles in makellosem Zustand. Die beleuchtete Tastatur wirkt im ersten Moment eher wie eine Spielerei, aber wenn man abends im Wohnzimmer oder im Sommer draußen sitzt, ist das wirklich sehr praktisch.

Einer der Hauptkritikpunkte an der gesamten Unibody-MacBook-Reihe, das Display-Glas, stört mich überhaupt nicht. Tagsüber benutze ich das MacBook draußen ohnehin nicht. Stattdessen freue ich mich über kräftige Farben und einen anständigen Schwarzwert. Man muss allerdings klar sagen, dass es für Leute, die ihr MacBook überwiegend an der frischen Luft einsetzen, wirklich ein Problem sein kann.

Dafür kann ich mich das Trackpad immer noch begeistern. An sich hasse ich diese Dinger ja wie die Pest, aber dank der beschichteten Glasoberfläche gleiten die Finger präzise und sanft an die gewünschte Stelle. Es funktioniert so gut, dass man sogar Bildbearbeitungsprogramme halbwegs brauchbar bedienen kann – wäre mit dem Trackpad meines PowerBooks undenkbar gewesen. Durch die Gesten hat man außerdem immer alles mit einer Hand im Griff. Rechtsklick, Scrollen, Zoomen, Blättern, Exposé, schneller App-Wechsel? Alles kein Problem. Nur die Klick-Lautstärke ist zu laut. Ob Apple bei den neuen Modellen nachgebessert hat?

Im Mobilbetrieb kann der Akku in Verbindung mit OS X vollends überzeugen. Bei halber Display-Helligkeit (ist meist völlig ausreichend) und Tastaturbeleuchtung hält er ca. vier bis fünf Stunden beim Surfen, Mails schreiben und Instant Messaging. Selbst wenn rechenintensive Flashs am Werke sind, die die CPU dauerhaft mit 30 – 40% belasten, bleiben immer noch drei bis dreieinhalb Stunden übrig. Die 9600M sollte man unterwegs lieber ausgeschaltet lassen – sie hat sich als ziemlicher Stromsäufer entpuppt und wird sehr heiß. Für den normalen Arbeitsbetrieb reicht die 9400M eh vollkommen aus.

Beim Thema Energie darf ich das Netzteil nicht vergessen. Allein die auswechselbaren Kabel- und Steckeraufsätze ersparen es mir jeden Abend unter den Tisch zu kriechen bzw. im Ausland problemlos zwischen 110 und 230V zu wechseln. Dazu ist das Netzteil sehr kompakt und leicht – unterwegs im Rucksack merkt man es gar nicht. Es nerven auch keine zu dicken, starren Kabel, wie ich sie schon oft bei anderen Notebooks erlebt habe. Hier hat Apple wirklich alles bedacht, um einem alltägliches zu erleichtern.

Mein einziger Kritikpunkt: bei hoher CPU-Auslastung wird die Unterseite recht heiß. Die Lüfter-Steuerung greift für mein Empfinden erst sehr spät ein. Man kann sich zwar mit Tools behelfen, aber Apple sollte hier mit einem SMC-Update nachbessern. Der geringere Lautstärke ist es nicht wert, dass evtl. ein Hardware-Schaden durch dauerhaft zu hohe Temperaturen auftritt.

Software

Über OS X habe ich schon oft genug geschrieben, daher nur ein kurzes Urteil: selten haben Hardware und Betriebssystem wohl gut so harmoniert. Es funktioniert alles reibungslos und schnell. Ich freue mich schon auf Snow Leopard, das vieles noch einfacher und schneller machen wird.

Fazit

Vielen mögen Macs für überteuert halten, aber dabei wird gerne unterschlagen, dass Apple in vielen Punkten weiter denkt als andere Hersteller. Alleine das Netzteil erspart mir täglich vieles, wofür ich mir bei einem anderen Notebook vermutlich schon lange ein zweites gekauft hätte, um nicht täglich unter dem Schreibtisch rumturnen zu müssen. Es sind oft nur Kleinigkeiten, sowohl an der Hardware als auch im Betriebssystem, die im Arbeitsalltag oder auch zuhause den großen Unterschied ausmachen.

Für durchdachte Konstruktion und Bedienung bin ich gern bereit mehr zu zahlen. Von genialen Features wie dem Multitouch-Trackpad ganz zu schweigen. Aber lieber geilt man sich an den wenigen Kritikpunkten auf und frönt dem Apple-Bashing.

Natürlich ist auch am Infinite Loop 1 nicht alles Gold was glänzt, aber man sollte eine gesunde Einstellung zu dem Thema haben und nicht einfach behaupten, dass Apple-Produkt generell Müll sind, bloß weil es ein paar Idioten ständig hämisch vorbeten. Da spricht vielleicht auch einfach nur der Neid.

Ein Monat MacBook Pro

Seit dem Kauf ist nun mehr als ein Monat vergangen und es wird Zeit für ein Fazit.

Kurz gesagt: das MacBook Pro war meine beste Investition seit Jahren. Es macht einfach Spaß. Dank OS X und den vielen tollen Apps muss man sich nicht mehr groß darum scheren, wie man etwas macht, um keine Scherereien mit den Programmen zu haben, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Apple bietet tolle Entwicklerwerkzeuge und hat Richtlinien für GUIs veröffentlicht, die es einem erleichtern gut bedienbare Software zu schreiben.

Microsoft könnte mit einer ähnlichen Strategie sicher auch viel erreichen. Fairerweise muss man aber sagen, dass Visual Studio und .NET einem das Entwickeln sehr erleichtern. Gerade Applikationen mit Datenbank-Anbindungen und deren Standard-Aufgaben lassen sich extrem flott und komfortabel realisieren. Okay, ich schweife ab – zurück zum Mac.

Die Begeisterung setzt erst jetzt richtig ein. Im Nachhinein betrachtet war mein altes PowerBook für Leopard einfach zu langsam und das Display zu klein. Richtig Spaß macht OS X erst, wenn ich meinen 24″-TFT anschließe – dank KVM-Switch, schalten sich dann auch noch gleich Maus und Tastatur um, so dass man fast einen stationären Mac hat.

Wie schon im ersten Erfahrungsbericht angesprochen, habe ich die Festplatte durch eine WD Scorpio mit 250 GB und 7.200 RPM ersetzt. Demnächst steht noch ein Upgrade auf 4 GB RAM an. 2 GB reichen zwar noch aus, aber es wird gelegentlich schon knapp, zumal Firefox unter OS X kein RAM-Sparwunder ist.

Als passendes Zubehör habe ich mir noch ein Apple Keyboard zugelegt, das auch unter Windows hervorragend funktioniert. Zwar muss man Tools wie SharpKeys, einige Tasten neu belegen (Druck z.B.), ansonsten klappt alles wunderbar. Selbst das BIOS lässt sich problemlos aufrufen. Das Tippgefühl und die Haptik sind nahezu perfekt. Vielschreibern kann ich diese Tastatur nur ans Herz legen.

Weiteres Zubehör: das unter erwähnte Incase 15″ Neoprene Sleeve und die Original-Festplatte in einem USB-Gehäuse für Time Machine.