madcats[welt]

Neue Benchmarks

Dromaeo hat vor kurzem ein neues Testverfahren eingeführt. Statt der benötigten Zeit für die Tests, wird nun gemessen, wie viele Durchläufe durchschnittlich pro Sekunde in einer fest definierten Zeit erreicht werden. Das macht die ganze Sache langwieriger, aber auch genauer und sagt wesentlich mehr über die Leistungsfähigkeit einer Javascript Engine aus.

Statt auf zwei unterschiedlichen Systemen zu messen, habe ich nun unterschiedliche Benchmarks gewählt: Dromaeo Javascript Test (Mozilla.org), SunSpider Javascript Test (Webkit-Team) und V8 Javascript Test (Google).

Testergebnisse

Testsystem: Intel Core 2 Duo E8400, 2 GB RAM, Windows XP SP 3

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Chrome deklassiert alle anderen Browser, nur im hauseigenen V8-Test ist das aktuelle Webkit Nightly Build einen Tick schneller. Wie üblich sind die Entwickler-Versionen ihren aktuellen Final-Kollegen deutlich voraus, und die Javascript-Leistung des Internet Explorers, sofern er sich überhaupt testen lies, ist ein schlechter Scherz.

Ein blamables Ergebnis für Microsoft, das mit dem IE 8 auch nicht großartig besser werden wird. Wenn man sich in Redmond angesichts solcher vernichtenden Benchmarks nicht endlich im Zugzwang sieht, sind sie entweder blind und/oder blöd. Google treibt die Entwicklung mit großen Schritten voran, während nur Webkit bzw. Apple halbwegs mithalten kann. Mozilla.org und Opera müssen sich sehr anstrengen, um wieder Anschluss zu finden.

Und Microsoft? Tja, ich sehe nur zwei Möglichkeiten: den ganzen alten IE-Quellcode öffentlich verbrennen und komplett neu schreiben, oder man setzt in Zukunft auf Webkit/Squirrelfish bzw. Webkit/V8 oder Gecko/Tracemonkey.

Netbeans

Einige werden sich fragen, warum ich als primärer PHP- und C#-Entwickler nun über eine Java-IDE schreibe: Seit Version 6.5 hat Netbeans eine offizielle PHP-Unterstützung. Zwar bieten das viele Entwicklungsumgebungen, aber wirklich überzeugen konnte ich mich bisher keine. Zumal mein geliebtes UE Studio teilweise auch entsprechende Funktionen bietet.

Netbeans dagegen gefiel mir auf anhieb. Es ist klar strukturiert, nicht überfrachtet und hat eine funktionale grafische Oberfläche. Dazu beherrschaft die Code-Vervollständigung sogar noch CSS und Javascript – bei letzterem werden sogar Browser-Kompatbilitäten der verschiedenen Methoden angezeigt.

Plug-Ins sind für nahezu alle wichtigen Zwecke vorhanden, egal ob C/C++, Ruby, SOA oder CVS/SVN. Außerdem lassen sie sich bequem über das GUI auswählen bzw. verwalten.

Die PHP-Unterstützung ist stellenweise noch etwas holprig. So bietet z.B. das SVN-Modul noch keine Möglichkeit, ein neues Projekt direkt aus einem Checkout zu erstellen. Und es gesellen sich noch ein paar kleinere Bugs dazu. Dennoch kann ich nur empfehlen, Netbeans 6.5 zumindest auszuprobieren. Mit etwas Feinschliff ist genug Potenzial verhanden, eine der besten PHP-IDEs anzubieten. Weiter so, Sun!

Ich habe mich dazu entschlossen, die Weiterentwicklung von Ruby und vor allem Sapphire in Netbeans zu übernehmen. Den bereits vorhandenen Code von Sapphire habe ich gelöscht und das Projekt neu begonnen. Meine bisherigen Konzepte haben sich schnell als nicht praktikabel herausgestellt.

Manchmal hätte ich große Lust, PHP zum Teufel zu jagen und alles mit C# bzw. ASP.NET zu machen, aber ein Windows-Webserver kommt definitiv nicht in Frage. Hierzu werde ich in den nächsten Tagen noch etwas ausführlicher schreiben.

IE-User vortreten

Ihr werdet nun alle vor eine Wahl gestellt:

Benutzt einen vernünftigen Browser oder Ihr werdet standrechtlich mit Spezifikationen von XHTML 1.1 bombardiert.

Ich habe dieses Pack so satt …

Windows Vista …

… überrascht. Angenehm. Die Installation hat sich zwar gezogen wie Kaugummi, aber das lag wohl eher an der Kombination aus DVD-Rohling, Brenngeschwindigkeit und DVD-Brenner als Lesegerät. Nach gut 90 Minuten hatten es sich die 8 GB auf der Partition so richtig gemütlich gemacht und Vista startete.

Lief aber sonst reibungslos. Treiber wurden kaum gebraucht, nur für die Soundkarte und den SATA-Controller. Alles andere hatte Vista korrekt erkannt und die entsprechenden Treiber parat.

Der Systemstart dauert – trotz meiner altertümlichen Hardware – kaum länger als mit XP. Interessanterweise liegt auch der RAM-Verbrauch in erträglichen Bereichen, selbst mit Aero Glass. Einzig die Prozessorlast ist generell höher, aber das sollte bei einem Athlon XP 1.800 nicht weiter verwunderlich sein.

Viele, eigentlich fast alle Anwendungen laufen etwa gleich schnell. Nur die Installationsprogramme sind etwas langsamer, zumindest die von Microsoft. Das Setup von Office 2007 und Visual Basic .net, war subjektiv eine ganze Ecke lahmer als unter XP. Ansonsten konnte ich bisher aber keine nennenswerten Unterschiede feststellen.

An Spielen habe ich bisher nur GTA Vice City ausprobiert und das ging perfekt. Werde demnächst noch mit anspruchsvollerern Titeln testen, wie stark die Unterschiede zwischen Vista und XP momentan sind. Dabei darf man aber nicht vergessen, daß Vista in der Beta-Phase ist und es derzeit kaum entsprechende Treiber gibt (z.B. keine für den nForce 2 und meine Radeon).

Der Rest dürfte nicht weiter überraschend sein. Aero Glass sieht nett aus und bietet mit der Echtzeit-Vorschau in der Task-Leiste bzw. bei Windows-Taste + Tab, mal ein wirklich brauchbares Feature, abseits des Eye-Candy-Wahns. Die Bedienung ist komfortabel und vereinheitlicht, nur das neue Startmenü kann mich nicht überzeugen – ich bin sowieso ein Fan der klassischen Variante.

Gibt eigentlich kaum was zu meckern, außer daß sich der Explorer bisher die Größen-Einstellungen für die Folder-Ansicht nicht merkt und daß Miranda nicht (vernünftig) läuft. Wobei das nicht die Schuld von Vista ist. Viel mehr die Entscheidung Entwickler, im Jahr 2006 allen ernstes noch DLLs in 16 Bit zu benutzen. Wozu? Keine Ahnung, Miranda läuft nicht mit Windows 3.1 …

P.S.: Dank der neuen Schriftarten, kann ich mich sogar mit Clear Type anfreunden.